Der alte Baum im Garten

Im Garten stehen zwei Apfelbäume.Der eine schon abgeerntet. Was an Äpfeln brauchbar war ist gegessen, zum Kochen verwendet, im Keller gelagert. Der Rest den Vögeln überlassen. Der andere Baum ist viel, viel älter. Halb morsch, ganz knorrig, von den mit Flechten bezogenen Ästen hat er im letzten Sturm einen der größten verloren. Er weiß, dass er alt ist. Aber er tut so, als mache ihm das nichts aus. Er hatte große, weiße Blüten. Und dann hunderte von kleinen grünen Äpfelchen, die sich fast ängstlich an die Zweige klammerten. Die trauten dem alten Baum nicht. Und viele gingen auch tatsächlich verloren. Kullerten zu hauf in Gras herum, bei jedem Windhauch ein paar mehr. Die, die überlebt haben, brauchten lange, sich einzulassen auf das Reifen. Langsam, sehr langsam nahmen sie Farbe an.

Nun hängen sie da, prunken geradezu, als hätten sie immer schon gewusst, das es so kommen wird. Wie übergroße Trauben, dicht an dicht. Satt und prall und rot. Und kümmern sich nun ihrerseits nicht um das Morgen.

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Eine Antwort zu Der alte Baum im Garten

  1. auntyuta schreibt:

    Das Geschriebene liest sich sehr gut. Ich möchte gern noch mehr lesen!

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