Update: Ella hat Angst (#2)

Du weißt noch? Ella? Ich hab vor zwei Tagen erzählt von ihr. Schau nach unter: „Ich kenne Ella (#1)“

Ella ruft an, Unruhe in der Stimme. Was ist? Geht’s dir gut? – Nicht so. -Was ist es ? –Ich habe Angst. -Wie, Angst? Wovor? (ich warte…am anderen Ende der Leitung Stille, nein, etwas, das wie ein sich-winden klingt, wie Ella, die die Arme vor der Brust verschränken würde, hätte sie nicht den Hörer in der Hand…) Komm schon, wovor hast du Angst?- Na, du weißt schon! (eigentlich weiß ich’s nicht. Aber, na klar, mir fällt sofort ein, was Ella mir erzählte, das letzte mal, als wir uns sahen: die Herausforderung, auf die sie sich eingelassen hat, bei der Aktion „Ein Roman in einem Monat“ mitzumachen. Meine Ella-Erfahrung sagt mir, dass sie aussteigen will…) Ich weiß gar nichts. Sag’s mir, oder häng auf. Los! –Ich muss aussteigen. –Hä? -Ich kann das mit dem Roman nicht schaffen. –Hat das denn schon angefangen? -Nein, erst in einer Woche oder so. Aber ich habe raus bekommen, dass man an einer Gruppe teilnehmen kann, wo sich die Leute, die in deiner Region teilnehmen wollen, nicht online, sondern wirklich, in persona treffen. Das ist morgen Abend. -Na und? Das ist doch gut, oder? Unterstützung, Motivation und so. -Nein, das ist überhaupt nicht gut! das macht mir Angst! –Und wieso? -Ich habe bei einigen, die da hingehen, gelesen, dass die schon in vergangenen Jahren dabei waren. Ich bin doch neu. Ich bin in Wirklichkeit noch gar kein Schriftsteller. –Du schreibst, oder? -Seit ein paar Monaten, ja. Aber….-Was, aber? Du schreibst, also du stellst Schrift auf Papier oder du stellst Schrift mit einem Schreibprogramm in einem Dokument in deinen PC. Schrift und stellen ist gleich Schriftsteller! Klar? (…Zögern am anderen Ende der Leitung. Ein Geräusch, als würde Ella ihre vor der Brust verschränkten Arme freigeben, hätte sie sie verschränkt gehabt..) Und musst du denn da überhaupt hin? –Nein, das ist freiwillig, wenn man will und so, zur Unterstützung. -Na also. Wo ist dann das Problem? Wieso musst du aussteigen, wenn du eine Schriftstellerin bist und zu einem Treffen gehen kannst, wenn du willst, um dich unterstützen zu lassen, wenn du willst? Und nicht hingehen musst, wenn du nicht willst? -Aber ich will ja! –Oh, Ella! (…wieder ein Geräusch aus der Leitung. Diesmal betretenes Schweigen…) Ella? -Ja…? -Immer noch Angst? –Angst???? -ELLLAAAA!!!!

So ist das mit ihr. ich habe gleich gewusst, dass wir einen langen, harten Weg vor uns haben. Einen Weg, der hoffentlich nicht vor Ende November zu ende ist. Einen Weg, der hoffentlich zu 50 000  geschriebenen und gezählten  Worten führt. Das verlangen die Regeln. 50 000 Worte und Ella hat es geschafft. Sie ist es sich schuldig.

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Movies Everyone Should See At Least Once

popcorn and movie

Shawshank Redemption

Sling Blade

One Flew Over the Cuckoo’s Nest

Moll Flanders*

Big Fish

Zorbas the Greek

Steel Magnolias*

How to make an American Quilt*

Clockwork Orange

The Rocky Horror Picture Show

The Pursuit of Happiness

2001: A Space Odyssey

Sleuth

Forrest Gump

Casablanca

Monsters Ball

Rain Man

Stand By Me

Fargo

*not everyone, maybe, but women, for sure

>Not necessarily in that order. But if you had to pick just one, it should be Shawshank redemption.<

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Sie sprechen von Advent

In einem Blog lese ich über Advent und wie die Schreiberin sich nach und nach aus dem Adventszirkus davon schlich.

Da denke ich, wie hab ich das denn geschafft? Ich fühle ja nicht mehr den Druck, der früher alljährlich wie eine herein ziehende „SevereWeatherCondition“ mit stündlichen Sturmwarnungen (Achtung! Es ist bald Weinachten! Suchen sie Schutz von Sinnfindung im nächstgelegenen Kommerztempel!) am nahen Horizont auf mich lauerte.  Ich mache Advent so, wie ich es will. Mit oder ohne Dekor-Referenz, mit oder ohne Back- und Kochaktionen und definitiv ohne Geschenkejagd.

Und wie ist das für mich gekommen?Nach 14jähriger Abwesenheit (in der trutzigsten Kommerzhochburg der Welt) habe ich meine Rückkehr nach Deutschland zum Anlass genommen, meine persönliche Adventszeit zu renovieren:

Alljährlich gehe ich gerade so vor dem Ersten Adventssonntag ins Kloster. Nun, nicht ganz und gar, sondern als Gast. Ich verbringe eine Woche ohne Radio, ohne PC, ohne Handy, ohne TV, ohne Kaufhäuser oder sonstige kommerzorientierte Aktivitäten in Ruhe und Geborgenheit. Geführte Meditationen, lange Spaziergänge durch winterlich vereinsamte Weinberge, spontane und über den Tag verstreute Besuche der Klosterkirche, kommunale und in Schweigen genossene Mahlzeiten, sowie tiefe und entspannte Nachruhe – in profunder Stille- setzten die Basis für einen Advent der Besinnung. Dies wird ergänzt und vertieft durch Gesprächsrunden mit Studien und Diskussionen, die sich mit der Sinnfindung in der „modernen“ Vorweihnachtszeit beziehen und, nicht zuletzt, durch den Austausch im Gespräch mit den Schwestern im Konvent.
Wenn ich nach Hause zurückkehre, bin ich stark und weiss, was ich will: keine „Hypes“, keine Reizüberflutung, kein Merry – Christmas – Chaos, keinen Kaufrausch.
Und das alle Jahre wieder!

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Der alte Baum im Garten

Im Garten stehen zwei Apfelbäume.Der eine schon abgeerntet. Was an Äpfeln brauchbar war ist gegessen, zum Kochen verwendet, im Keller gelagert. Der Rest den Vögeln überlassen. Der andere Baum ist viel, viel älter. Halb morsch, ganz knorrig, von den mit Flechten bezogenen Ästen hat er im letzten Sturm einen der größten verloren. Er weiß, dass er alt ist. Aber er tut so, als mache ihm das nichts aus. Er hatte große, weiße Blüten. Und dann hunderte von kleinen grünen Äpfelchen, die sich fast ängstlich an die Zweige klammerten. Die trauten dem alten Baum nicht. Und viele gingen auch tatsächlich verloren. Kullerten zu hauf in Gras herum, bei jedem Windhauch ein paar mehr. Die, die überlebt haben, brauchten lange, sich einzulassen auf das Reifen. Langsam, sehr langsam nahmen sie Farbe an.

Nun hängen sie da, prunken geradezu, als hätten sie immer schon gewusst, das es so kommen wird. Wie übergroße Trauben, dicht an dicht. Satt und prall und rot. Und kümmern sich nun ihrerseits nicht um das Morgen.

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Ich kenne Ella (#1)

Es muss sein. Irgendwo/wie ist ein guter Anfang. Muss ihn nur finden. Also, was kann ich erzählen über Ella?

Ella hat weniger als ein Jahr vor ihrem sechzigsten Geburtstag das Schreiben als ihre Passion entdeckt. Impulsiv wie sie ist, setzt sie sich ein Ziel: wenn sie ihren nächsten Geburtstag feiert, will sie das Manuskript ihres ersten Romans vorweisen können. So ist Ella, schnell Feuer und Flamme. Immer, wenn ihr etwas neues in die Quere kommt, beschließt sie, ihr Leben zu ändern, ja, eigentlich ihr Leben genau jetzt anzufangen. Dabei hat Ella wirklich einiges an Leben hinter sich. Ich weiß ja nicht alles über sie. Aber das, was sie mir erzählt hat und das, was ich von Freunden gehört habe, ergeben ein recht facettenreiches Bild, um es mal schonend auszudrücken.

So schnell, wie Ella sich in eine Sache stürzen kann, so schnell verliert sie auch wieder ihren momentanen Enthusiasmus. So war es auch mit dem Schreiben. Erst wie eine Wilde, dann, als die Notwendigkeit der tatsächlichen Arbeit sich aufdrängte, eine unübersehbares Abklingen der hell lodernden Begeisterung.

Monate vergehen, ohne dass Ella konkrete Fortschritte macht. Dann stößt sie, drei Monate vor dem Stichtag, auf eine Herausforderung: einen Roman zu schreiben, in einem Monat, online. Vor sich selbst in Zugzwang, lässt sie sich darauf ein. Sie weiß, dass sie  wahnsinnig schreiben muss, will sie den Wettlauf mit ihren Erwartungen gewinnen.

Ella ist meine Freundin. Nicht meine beste Freundin, aber Freundin genug, dass ich mich dafür interessiere, was aus ihrer Schreiberei wird. damit sie den extra Druck hat, den sie braucht (sie nennt es Motivation), hat sie mich gefragt, ob ich ihre Sachen gelegentlich lesen würde und ihr eventuell Feedback geben könnte. Soweit es meine Zeit erlaubt, habe ich gesagt. In Wahrheit bin ich ziemlich neugierig. Ich möchte gerne mehr von ihr wissen. Sie interessiert mich. Also, mal sehen…

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